Bei "Engineering meets Art" arbeiten Studierende der BCI mit Studierenden der Musik- und Kunstwissenschaften in Seminaren zusammen. Klingendes Insulin, leuchtende Bakterien, sichtbare Luft oder schwingende Körper ...

Ingenieurskunst trifft Musik und Fotografie: Was geschieht, wenn Spezialisten der Strömungsmechanik auf Musiker treffen? Finden Mikrobiolog*innen und Fotograf*innen eine gemeinsame Sprache und verstehen sie einander? Können sie von der „anderen“ Kunst lernen? Welche Einsichten werden gewonnen und verändert die Begegnung die Wahrnehmungen?

Engineering meets Art (Bild: Kirsten Lindner-Schwentick): Dr. Konrad Boettcher und Dr. Maik Hester forschen an einer Orgelpfeife

Im Projekt Engineering meets Art treten Ingenieur*innen (Studierende und Mitarbeiter*innen der Fakultät Bio-und Chemieingenieurwesen) mit Künstler*innen und Kunst-und Musiklehramts-Studierenden in einen direkten kreativen Dialog. Über ein Jahr lang haben sie in interdisziplinären Seminaren miteinander gearbeitet und so neue Einblicke und Zugänge zum jeweils anderen Arbeitsgebiet erhalten. Dabei entstanden interdisziplinäre und interaktive Kunstwerke wie z.B. eine Mikrobenflöte oder Bakterienbilder. Die Kooperationen und Begegnungen ermöglichen eine wechselseitige Bereicherung und vertiefte Kommunikation innerhalb der interdisziplinären Teams.

Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit werden vom 08.05.2019 bis zum 23.06.2019 im Rahmen einer Ausstellung im Dortmunder U öffentlich präsentiert.

Hier eine Auswahl an Projekten und Objekten:

 

Insulin als (2mal-) Neun-Ton-Musikstück

Lisa Mensing und Lars Reckert

DNA ist Code für unser Leben, Noten sind Code für
Musik. Die DNA von Insulin als einem der biotechnologisch
bedeutendsten Stoffe erklingt in dieser
Arbeit. Dafür wurden die ersten 100 Basenpaare von
Insulin in Musik übersetzt. Jede Note der Melodie
steht für die Position der Base „Thymin“ in je drei
Tripletts, die 9 Basen entsprechen. Daher bewegt
sich die Melodie innerhalb von 9 Tönen.
Der DNA-Code existiert in unseren Körpern jeweils
doppelt. Um auch diesen Aspekt abzubilden und um
die Neun-Ton-Insulin-Musik anregender zu gestalten,
erhielt die Melodie im zweiten Schritt zusätzlich
eine Basslinie. Sie beschreibt die Polarität, also die
Bindungsfreudigkeit eines Moleküls an Wasser, mit
Werten von -4 bis +4. Somit enthält auch die Basslinie
wiederum neun verschiedene Töne.
Für die Ausstellung wurde die 9-Ton-Musik auf
einem Lochstreifen codiert, der eine kleine Drehorgel
steuert. Diese darf beim Ausstellungsbesuch
von den Besucher*innen selbst bedient werden.

 

Labororgel

Anna Hanrath, Ramon Helwing, Carla Jasniewicz und Sean Paul Christiansen-Lenger

Aus alten Glasapparaten und Orgelpfeifen ist in diesem Projekt eine Labororgel entstanden, die den ausgedienten Laborgegenständen in einem künstlerischen Kontext neues Leben einhaucht. Die Melodie der Labororgel beruht auf Daten einer Molekulardynamik- Simulation, bei der beurteilt werden sollte, wie gut sich kleine Moleküle in die Bindetaschen von Proteinen einfügen. Das Pfeifenwerk der Labororgel kann von den Besucher*innen der Ausstellung durch Betätigen einer Luftpumpe selbst bespielt werden. Andere Elemente, wie zum Beispiel ein Gong-Ensemble aus Glaskolben, ein Regenmacher, der an einem Fahrradreifen seine Runden dreht, oder ein Rührbecher voller kleiner Glaskügelchen sowie ein Kreislauf aus farbiger Flüssigkeit ergänzen das Konzept des Klangobjekts.

Die folgenden Video-Arbeiten sind Bestandteil der Ausstellung "Engineering meets Art":

Sichtbare Klänge 1 - Klingende Energie

Klänge entstehen dadurch, dass Luft in Schwingung versetzt wird. Dies vollzieht sich aber oftmals an unzugänglichen Orten innerhalb von Musikinstrumenten und auch zu schnell für unser wahrnehmendes Auge. Einen faszinierenden Einblick in das Innere solcher Instrumente erlaubt dieses Video. Tonerzeuger wie schwingende Zungen, Saiten und Membranen wurden mit einer Hochgeschwindigkeitskamera aufgenommen. In den nun in Zeitlupe ablaufenden Filmaufnahmen ist zu sehen, ist zu sehen, wie verschiedene Klangkörper Bewegungsenergie auf die sie umgebende Luft übertragen.

Schütteln bis Musik erklingt

Die Arbeit in Laboren ist zentraler Bestandteil des Bio- und Chemieingenieurwesens. Hier wird im kleinen Maßstab geprobt, wofür später industrielle Fertigungsmethoden gefunden werden sollen.
Das Mischen, eine Grundoperation der Verfahrenstechnik, wird im Labor häufig durch ein spezielles Schüttelgerät übernommen, das eine sehr gleichmäßige Durchmischung von Materialproben herstellt.
Die Projektgruppe hat ein solches Schüttelgerät genau beobachtet. Die Musik zu ihrem Film besteht aus Klängen, die beim Mischen von Erbsen, Murmeln und anderen Materialien entstanden.

TUg Life Rap

Für die Beats dieses Raps wurden echte Laborgeräusche verwendet.

Weitere Informationen gibt es bei der TU Dortmund oder der Innogy-Stiftung.